
Die Krise macht es möglich: 2009 verspricht das Jahr des Rollers zu werden. In den kommenden Monaten bieten die Hersteller so viele
Modelle an wie noch nie. Schon für weniger als 1.000 Euro kann ein attraktives Kurzstreckenfahrzeug erworben werden. Vor allem
Roller aus China bestimmen den Markt.
Roller werden nicht als Freizeitobjekte, sondern eher unter ökonomischen Gesichtspunkten gekauft und genutzt. Das hat das vergangene
Jahr 2008 abermals belegt, als die hohen Spritpreise dem Scooter einen wahren Boom bescherten. Die befürchtete Wirtschaftkrise
könnte in diesem Jahr für ein ähnliches Absatzplus sorgen.
Lesen Sie den ganzen » Bericht «

Die Fahrradbranche verspürt wegen hoher Spritpreise sowie des wachsenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins kräftigen Rückenwind.
«Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von drei bis fünf Prozent», sagten Branchenvertreter am Mittwoch in Friedrichshafen am
Bodensee vor Beginn der Eurobike.
Die internationale Fachmesse verbucht eine Rekordbeteiligung. Von diesem Donnerstag bis zum Sonntag
zeigen 936 Aussteller aus 36 Ländern ihr Angebot. Zu sehen sind Fahrräder aller Art, Bikermode und Zubehör. 30 000 Fachbesucher werden
erwartet. Am Sonntag (7. September) ist Publikumstag.
Die Zahl der verkauften Fahrräder sei bis Juli zwar nur um ein Prozent auf 2,84
Millionen gestiegen, erläuterte Christoph Goebel vom Zweirad Groß- und Außenhandelsverband (ZGA). Doch hauptsächlich gefragt seien
teurere Modelle des Fachhandels, während die Billig- Konkurrenz auf der grünen Wiese Kunden verliere. Gut sei auch das Geschäft mit
Zubehör und Teilen gelaufen. «Das zeigt, dass Fahrräder mehr genutzt werden», meinte Fahrradhersteller Mathias Seidel. Er rechnete
mit weiterem Wachstum. «Das Umsatteln vom Auto aufs Rad hat erst begonnen.» Dem Trend soll unter anderem das Fahrrad mit Elektroantrieb
Schub verleihen. «Das E-Bike ist eine echte Alternative zum Auto und wird das normale Rad ablösen», meinte er.
Die Branche rechnet in
diesem Jahr mit einem Gesamtabsatz von 4,7 Millionen Rädern (2007: 4,6 Millionen). Der Markt hatte 2007 ein Volumen von mehr als 3,0
Milliarden Euro. Davon entfielen 1,7 Milliarden Euro auf Räder und 1,45 Milliarden Euro auf Teile und Zubehör. Etwa 40 Prozent der in
Deutschland verkauften Zweiräder stammten aus heimischer Produktion, 60 Prozent aus dem Ausland, vor allem aus Taiwan, Polen und
Thailand. Dominiert wurde der Markt weiterhin von Stadt-, Trekking- und Tourenrädern mit einem Anteil von knapp 60 Prozent.
Mountainbikes machen etwa 23 Prozent aus, Rennräder und Profi-Mountainbikes etwa 7,5 Prozent. 68 Millionen Fahrräder gab es 2007
in Deutschland.
(DPA)